Archive für Dezember 2008

Prof. Dr. Kruse spricht in gewohnt komplexer aber interessanter Weise über kollektive Intelligenz, Bewertungsmechanismen und Vernetzung im Web.

Das 10-teilige Interview ist auf nextpractice.de zu sehen

Hier ein Ausschnitt daraus über die Anwendung von kollektiver Intelligenz:

Weitere Themen:

01 Was ist gerade im Internet los?
02 Was haben wir vom Medium Internet?
03 Wo gelingt kollektive Intelligenz?
04 Bewertungsmechanismen heute?
05 Wie werden Gruppen intelligent?
06 Die guten, alten Medien?
07 Unterminiert Web2.0 Herrschaft?
08 Untergang in der Informationsflut?
09 Anwendung von kollektiver Intelligenz?
10 elektronische Bürgerbeteiligung?

www.nextpractice.de

Die kollektive Intelligenz spielt auch beim Menschen eine zentrale Rolle. Überträgt man das Schwarmverhalten der Tiere (z.B. Vögel, Fische, Bienen, usw.) auf menschliche Organisationen entstehen ganz neue Ergebnisse. Für eine gelungene kollektive Entscheidung braucht es jedoch folgende Voraussetzungen:

  1. Die Gruppe ist bunt gemischt: Häufig ist es klug, Mitarbeiter quer durch alle Hierarchieebenen und Unternehmensbereiche einzubeziehen, um die Entscheidung auf eine breite Basis zu stellen.
  2. Der Prozess ist klar strukturiert: Wichtig ist es, den Prozess der Entscheidungsfindung so zu strukturieren, dass er auch zu einem Ergebnis führt.
  3. Die Mitarbeiter übernehmen Verantwortung für die Umsetzung: Am Ende des kollektiven Entscheidungsprozesses steht ein Massnahmenkatalog, es werden Aufgaben festgelegt und verteilt.
  4. Der Chef vertraut in den Prozess: Der Chef muss vom Prozess überzeugt sein. Ist er es nicht, entscheidet er zum Schluss doch wieder alleine und die Motivation der Mitarbeiter wird so schnell gebremst.
  5. Alle können ihre Meinung frei einbringen: Jeder muss seine Meinung frei vertreten können. Derjenige, der sich bei einem Thema am besten auskennt, übernimmt auch das Wort. Sonst wird der gewünschte Effekt nicht eintreten.
  6. Die Entscheidung entsteht tatsächlich aus der Gruppe heraus: Damit die kollektive Intelligenz ihre gesamte Wirkung entfalten kann, ist es wichtig, dass die Gruppe nicht nur beratende Funktion hat, sondern die Entscheidung tatsächlich aus der Gruppe heraus entsteht.
  7. Die Entscheidung ist eine wichtige Entscheidung: Es geht nicht darum, die Mitarbeiter pro forma bei unwichtigen Entscheidungen nach ihrer Meinung zu fragen. Es geht darum, bei schwierigen Entscheidungen zu besseren Lösungen zu kommen.
  8. Die Form der Mitbestimmung passt zur  Führungskraft: Jeder Manager muss daher auch für sich klären, wie viel Mitbestimmung er zulassen möchte und welche Vorgehensweise dafür geeignet ist.

Quelle: SwarmWorks.com